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TYPO3-Kosten Wovon der Aufwand einer Website abhängt

Für eine TYPO3-Website gibt es keinen Listenpreis, und das liegt nicht an der Software. Was ein Projekt kostet, ergibt sich aus der Arbeit für Konzept, Entwicklung und Betrieb. Die hängt von einer Handvoll Faktoren ab, die sich früh im Projekt klären lassen.

Lizenz: Open Source unter der GPL

TYPO3 steht unter der GNU General Public License in Version 2 oder einer späteren Version. Sie dürfen das System für beliebig viele Websites einsetzen, verändern und erweitern, ohne Gebühren pro Website, Domain oder Redaktionszugang. Das gilt auch für die allermeisten Extensions im offiziellen Verzeichnis auf extensions.typo3.org.

Kostenpflichtig sind einzelne kommerzielle Extensions und der erweiterte Support für Versionen, deren regulärer Support abgelaufen ist. Das Budget einer TYPO3-Website fließt also fast vollständig in Arbeit.

Inhaltselemente sind der größte Hebel

Die Zahl der Seiten sagt erstaunlich wenig über den Aufwand. Ob eine Website fünfzig oder fünfhundert Seiten hat, macht für die Entwicklung kaum einen Unterschied, solange alle Seiten aus denselben Bausteinen bestehen. Entscheidend ist, wie viele verschiedene Inhaltselemente es gibt und was jedes davon können muss.

Ein Textblock mit Bild ist schnell gebaut. Ein Slider, der seine Inhalte automatisch aus Unterseiten zieht, eine filterbare Liste oder ein Formular mit mehreren Schritten brauchen deutlich mehr. Ich entwickle Inhaltselemente als Content Blocks und gebe der Redaktion genau die Felder und Optionen, die sie für ihre Arbeit braucht. Jede zusätzliche Variante wird gebaut, getestet und im Backend verständlich beschriftet.

Eigene Datensätze kommen dazu, wenn Inhalte strukturiert gepflegt werden: Stellenangebote, Veranstaltungen, Ansprechpersonen oder Standorte. Sie brauchen eine Eingabemaske im Backend, eine Liste, eine Detailansicht und oft Filter. Für News und Termine gibt es bewährte Extensions, für alles andere entsteht das Datenmodell im Projekt.

Design

Liegt ein fertiges Design für alle Seitentypen und Bildschirmgrößen vor, beginnt die Arbeit direkt mit der Umsetzung. Entsteht das Design erst im Projekt, gehört es mit in die Planung.

Ins Gewicht fällt weniger die Gestaltung selbst als ihre Vielfalt: wie viele Layoutvarianten es gibt, wie sich Elemente auf dem Smartphone verhalten und wie viele Animationen und Sonderfälle vorgesehen sind. Ein Design, das mit einem klaren Satz an Bausteinen arbeitet, ist schneller umgesetzt und lässt sich später leichter erweitern.

Mehrsprachigkeit

TYPO3 bringt Mehrsprachigkeit im Kern mit, eine zweite Sprache ist technisch ein überschaubarer Schritt. Aufwendig wird es erst bei den Details: ob alle Sprachen dieselbe Seitenstruktur haben oder eigene Inhalte, was angezeigt wird, wenn eine Übersetzung fehlt, wie die Adressen pro Sprache aussehen und wie die Texte in die Übersetzung und zurück kommen.

Stammen Inhalte aus einem anderen System, können die Übersetzungen gleich mitkommen. Im B2B-Shop eines Anbieters von Technik für Bodenleger liefert die Warenwirtschaft die Produkttexte auf Deutsch und Englisch direkt mit.

Rechte, Rollen und Freigaben

Pflegt eine Person die ganze Website, reicht ein einfaches Rechtekonzept. Arbeiten mehrere Abteilungen oder Standorte im selben Backend, wird festgelegt, wer welche Seiten und Inhaltselemente bearbeiten darf. TYPO3 hat dafür Benutzergruppen mit fein einstellbaren Rechten, für Freigaben vor der Veröffentlichung gibt es Workspaces. Beides ist im Kern enthalten. Die Arbeit liegt im Konzept und in der sorgfältigen Einrichtung.

Freigaben lassen sich auch in eigene Abläufe einbauen. Für ein Theater bleiben importierte Produktionen verborgen, bis die Redaktion sie freigibt, und die Felder aus dem Planungssystem sind im Backend schreibgeschützt.

Schnittstellen zu Fremdsystemen

Bei Schnittstellen liegen Projekte am weitesten auseinander. Der Wunsch, Daten aus einem anderen System auf der Website zu zeigen, ist schnell formuliert. Den Ausschlag geben die Fragen dahinter: ob TYPO3 nur Daten liest oder auch zurückschreibt, ob regelmäßig importiert oder live abgefragt wird, wie gut die Schnittstelle dokumentiert ist und wie die Website reagiert, wenn das andere System einmal nicht antwortet.

Für ein Theater importiert TYPO3 den Spielplan aus dem Planungssystem und die Ticketverfügbarkeit aus dem Ticketshop. Ein Bestellformular für Sperrgut fragt freie Abholtermine live in SAP ab und übergibt die Aufträge direkt dorthin. Im B2B-Shop kommen Anmeldung, Preise und Auftragsübersicht live aus der Warenwirtschaft.

Für eine belastbare Einschätzung hilft es, wenn die Dokumentation der Schnittstelle früh vorliegt und klar ist, wer auf der anderen Seite für Zugänge und Rückfragen zuständig ist.

Eigene Extensions

Für viele Aufgaben gibt es fertige Extensions. Bevor ich etwas selbst entwickle, prüfe ich, ob eine vorhandene Extension passt, aktiv gepflegt wird und für die eingesetzte TYPO3-Version verfügbar ist. Eine Extension, die beim nächsten Upgrade zurückbleibt, kann auf lange Sicht mehr Aufwand bedeuten als eine eigene Entwicklung.

Eigene Extensions entstehen, wenn eine Anwendung über die Möglichkeiten von TYPO3 hinausgeht: ein Bestellprozess, ein Produktkatalog für eine App oder ein Backend-Modul für die Redaktion. Ihr Umfang hängt von der Fachlogik ab. Den technischen Rahmen dafür gibt TYPO3 klar vor. Das hält sie über Upgrades hinweg wartbar.

Barrierefreiheit

Seit dem 28. Juni 2025 verpflichtet das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz viele Unternehmen, Online-Shops und andere Dienstleistungen für Verbraucherinnen und Verbraucher barrierefrei anzubieten. Für öffentliche Stellen gilt die BITV schon länger. Der technische Maßstab ist in beiden Fällen die WCAG 2.1 auf Stufe AA.

Beim Aufwand kommt es vor allem auf den Zeitpunkt an. In einem neuen Projekt entstehen Kontraste und Schriftgrößen im Design, Semantik und Tastaturbedienung in der Entwicklung, und die Inhaltselemente lassen sich so bauen, dass die Redaktion von selbst barrierefreie Inhalte erzeugt. Von Anfang an eingeplant, kostet Barrierefreiheit kaum Mehraufwand. Eine bestehende Website nachträglich anzupassen, bedeutet eine Prüfung und Änderungen an vielen Stellen.

Inhalte aus dem Altsystem

Bei einem Relaunch zieht der Bestand mit um. Ob sich Inhalte automatisch übernehmen lassen, hängt davon ab, wie sie im alten System gespeichert sind und wie gut sie zur neuen Struktur passen. Strukturierte Daten wie News, Termine oder Ansprechpersonen lassen sich in der Regel per Import übertragen, auch aus einem anderen CMS. Freie Seiteninhalte passen nach einem neuen Konzept selten eins zu eins in die neuen Inhaltselemente. Dort lohnt der Vergleich, ob ein Import oder die Übertragung von Hand schneller zum Ziel führt.

Dazu gehören Weiterleitungen von den alten auf die neuen Adressen. Sie erhalten Links von anderen Websites und die Positionen in den Suchergebnissen.

Neu bauen oder weiterentwickeln

Eine ältere TYPO3-Website lässt sich oft auf eine aktuelle LTS-Version bringen und weiterentwickeln, statt sie neu zu bauen. Welcher Weg weniger Aufwand bedeutet, zeigt eine Bestandsaufnahme: welche Extensions im Einsatz sind, ob sie noch gepflegt werden und wo eigener Code steckt. Wie die Übernahme einer bestehenden TYPO3-Website abläuft, beschreibe ich auf einer eigenen Seite.

Hosting und Betrieb

TYPO3 läuft auf einem Webserver mit PHP und einer Datenbank. Jede TYPO3-Version setzt bestimmte PHP-Versionen voraus, das Hosting hält also mit den Upgrades Schritt. Für eine kleinere Website genügt ein gutes Hosting-Paket. Hohe Besucherzahlen, eine eigene Suche mit Solr oder strenge Vorgaben der IT führen eher zu einem eigenen Server.

Zum Betrieb gehören regelmäßige Backups, eine Testumgebung, auf der Änderungen vor der Veröffentlichung geprüft werden, und ein geregelter Weg, neue Versionen online zu bringen. Das wird einmal eingerichtet und läuft dann einfach mit.

Updates im LTS-Zyklus

Etwa alle anderthalb Jahre erscheint eine TYPO3-Version mit Langzeitunterstützung, kurz LTS. TYPO3 13 LTS wird bis Ende 2027 gepflegt, das im April 2026 erschienene TYPO3 14 LTS bis Mitte 2029. Danach bietet die TYPO3 GmbH für einige Jahre einen kostenpflichtigen erweiterten Support an, den Extended Long Term Support (ELTS).

Innerhalb einer LTS-Version erscheinen regelmäßig kleinere Updates mit Fehlerkorrekturen und Sicherheitsupdates. Sie sind meist schnell eingespielt und gehören zur laufenden Pflege. Der Wechsel auf die nächste LTS-Version ist ein eigenes kleines Projekt: TYPO3 entfernt dabei veraltete Funktionen, und eigene Extensions und Templates ziehen nach. Wie groß der Schritt ausfällt, hängt vor allem vom eigenen Code und von den eingesetzten Extensions ab. Der B2B-Shop läuft seit 2017 und ist seitdem mehrfach auf die jeweils aktuelle LTS-Version gewechselt, Website und Shop gemeinsam.

Dazu kommt, was eine Website im Betrieb dazulernt: neue Inhaltselemente, Landingpages, Anbindungen an weitere Systeme. Dieser Teil richtet sich nach dem, was im Unternehmen ansteht, und lässt sich gut Schritt für Schritt planen.

FAQ

Häufige Fragen zu TYPO3-Kosten

Kostet TYPO3 Lizenzgebühren?

Nein. TYPO3 steht unter der GNU General Public License, Version 2 oder später, und lässt sich ohne Lizenzgebühren einsetzen. Kosten entstehen für Konzept, Entwicklung, Hosting und Pflege. Kostenpflichtig sind außerdem einzelne kommerzielle Extensions und der erweiterte Support ELTS für Versionen, deren regulärer Support abgelaufen ist.

Welche Angaben braucht es für ein Angebot zu einer TYPO3-Website?

Hilfreich sind eine grobe Seitenstruktur, eine Liste der Inhaltstypen, der Stand des Designs, die gewünschten Sprachen und die Systeme, die angebunden werden sollen, mit ihrer Schnittstellendokumentation. Bei einem Relaunch kommt die Adresse der bestehenden Website dazu. Je genauer der Umfang beschrieben ist, desto belastbarer wird die Schätzung.

Welche laufenden Kosten hat eine TYPO3-Website?

Laufend fallen das Hosting, Backups und das Einspielen der Updates innerhalb der LTS-Version an. Rund drei Jahre nach ihrem Erscheinen endet der kostenlose Support einer LTS-Version, dann steht ein Upgrade an. Dazu kommen Erweiterungen, die sich im Betrieb ergeben.

Wie lange wird eine TYPO3-Version unterstützt?

TYPO3 13 LTS wird bis zum 31. Dezember 2027 gepflegt, TYPO3 14 LTS bis zum 30. Juni 2029. Danach bietet die TYPO3 GmbH für einige Jahre kostenpflichtigen erweiterten Support (ELTS) an. Die aktuellen Daten stehen auf get.typo3.org.